Die häufigsten Fehler beim Fahren und Rangieren mit Anhänger
Das Fahren mit Anhänger stellt besonders ungeübte Fahrer vor mitunter große Herausforderungen. Das Fahrgefühl und die Lenkung sind anders, während Bremswege deutlich länger werden und zudem abweichende Tempolimits gelten. Da kann man schnell die Übersicht und Nerven verlieren. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir hier die häufigsten Fehler beim Fahren und Rangieren mit Anhänger.
#1 Verändertes Fahrverhalten wird unterschätzt
Selbst Autofahrer mit jahrelanger Erfahrung müssen sich häufig erst einmal an das Fahren mit Anhänger gewöhnen. Das Fahrverhalten sollte daher keinesfalls unterschätzt werden! Das zusätzlich angehängte Gewicht macht sich deutlich bemerkbar und macht Beschleunigen und Bremsen spürbar träger. Besonders auf kurvigen oder schmalen Straßen sollte daher behutsam gefahren werden, da der Anhänger bei zu hohem Tempo ausbrechen kann. Sollte der Anhänger tatsächlich ausbrechen, sollte nicht ruckartig gegengelenkt werden. Die Gefahr ist groß, dass der Anhänger ins Schlingern gerät, was dazu führen kann, dass Sie die Kontrolle über das Gespann verlieren.
Machen Sie Ihre ersten Fahrten mit Anhänger? Dann fahren Sie lieber etwas langsamer als gewohnt und vermeiden Sie ruckartige Lenkbewegungen.
#2 Ungesicherte Ladung oder falsche Gewichtsverteilung
Nicht nur das geänderte Fahrverhalten sollte berücksichtigt werden, auch die Ladung spielt eine enorme Rolle, wenn es um die Stabilität des Gespanns geht. Die schwerste Ladung sollte immer über der Achse platziert werden. Liegt zu viel Gewicht an den Rändern des Anhängers, verändert sich das Fahr- und Lenkverhalten massiv.
Auch Ladung, die auf dem Anhänger hin und her rutscht, sollte tunlichst vermieden werden. Ungeachtet von drohenden Bußgeldern, reichen bereits kleine Verschiebungen, um den Schwerpunkt des Zuggespanns zu verlagern, was im schlimmsten Fall zu schwerwiegenden Unfällen führen kann. Spanngurte, Netze sowie Antirutschmatten aus dem Anhängershop helfen, das Transportgut an Ort und Stelle zu halten.
#3 Längeren Bremsweg missachtet
Ein voll beladener Anhänger verlängert den Bremsweg erheblich. Trotzdem fahren viele nicht mit größerem Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Im Falle einer Vollbremsung reicht das jedoch nicht aus, um ohne Auffahrunfall zum Stehen zu kommen. Besonders gefährlich werden solche Situationen auf der Autobahn oder Strecken mit starkem Gefälle. Denn beim Bremsen drückt der Anhänger gegen das Zugfahrzeug, sodass es länger dauert, bis es still steht.
Vorausschauendes Fahren reduziert dieses Risiko! Je voller der Anhänger, umso mehr Abstand sollten Sie halten. Zudem sollten Sie bereits vom Gas gehen, wenn die Bremslichter des Vordermanns aufleuchten.
#4 In die falsche Richtung lenken beim Rangieren
Beim Rückwärtsfahren mit dem Anhänger zeigt sich oft die größte Unsicherheit. Die Lenkbewegungen wirken immer entgegengesetzt zur gewünschten Richtung. Soll der Anhänger nach rechts bewegt werden, muss nach links gelenkt werden und andersrum. Intuitiv steuern viele daher erst in die falsche Richtung und versuchen mit umso größerem Gegenlenken den Anhänger doch noch an die gewünschte Stelle zu bugsieren.
Hilfreich beim Rangieren ist vor allem eines: langsam fahren! Schlagen Sie das Lenkrad außerdem nicht zu sehr ein. Bereits kleine Lenkbewegungen reichen aus, um dem Anhänger den entsprechenden Impuls zu geben. Sollten Sie den Überblick verlieren, steigen Sie aus, prüfen Sie die Lage und setzen Sie nochmal neu an. Oder bitten Sie eine zweite Person um Hilfe.
#5 Die Länge des Gespanns falsch eingeschätzt
Ein Anhänger funktioniert wie eine Verlängerung des Zugfahrzeugs, gelegentlich ist das Gespann auch breiter oder höher als der Pkw. Diese veränderten Abmessungen sollten beim Abbiegen, Parken, Durchfahren von Tunneln oder Unterführungen und besonders beim Rückwärtsfahren beachtet werden. Bordsteine und Begrenzungen können leicht übersehen werden, was erhebliche Schäden am Gespann verursachen kann.
#6 Fehlende Vorbereitung
Viele Fehler entstehen bereits vor dem Losfahren. Kupplung, Beleuchtung und Reifendruck werden nicht geprüft und eine defekte Brems- oder Blinkleuchte kann zu gefährlichen Situationen führen. Ein zu niedriger Reifendruck am Anhänger erhöht die Reibung und Hitzeentwicklung, sodass der Reifen schneller platzen kann. Ein kurzer Check vor der Fahrt dauert nur wenige Minuten und verschafft ein sicheres Gefühl während der Fahrt.
#7 Anhänger nicht richtig angekuppelt
Zur Vorbereitung gehört natürlich auch das korrekte Ankuppeln des Anhängers an das Zugfahrzeug. Der Anhänger rastet nicht richtig ein, die Sicherung wird vergessen oder das Stützrad ist noch nicht hochgekurbelt. Das sieht zunächst harmlos aus, während der Fahrt kann sich jedoch Anhänger lösen und schwere Verkehrsunfälle verursachen. Gerade auf unebenem Untergrund lohnt sich erhöhte Aufmerksamkeit. Erst wenn alles sichtbar und fühlbar fest sitzt, sollte die Fahrt beginnen.
Die wichtigsten Grundregeln für das Fahren mit Anhänger
- Planen Sie längere Bremswege ein und vergrößern Sie den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen deutlich
- Rangieren Sie langsam und setzen Sie lieber neu an, statt hektisch gegenzulenken
- Kontrollieren Sie Ladung, Kupplung, Lichter und Reifendruck vor jeder Fahrt
- Fahren Sie Kurven weiter aus, da auch der Anhänger stärker ausschwenkt
- Achten Sie auf Stützlast und zulässiges Gesamtgewicht
